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Ich werde oft gefragt, worauf man bei der Suche nach einer guten Yogalehrerausbildung achten sollte. Die Entscheidung, wo man seine Yoga Ausbildung macht, sollte wirklich nicht überstürzt werden, denn es gibt zum Teil immense Qualitätsunterschiede. Prinzipiell kann jeder Yogalehrer werden, Yoga Ausbildungen anbieten und auch Yogalehrer zertifizieren. Damit du weißt, worauf du achten musst, versuche ich, dir hier die wichtigsten Punkte und Unterschiede der führenden Yogaverbände nahezubringen. Am Ende zeige ich dir eine Möglichkeit, wie du eine solide Basis für deine Yoga Ausbildung schaffen kannst.

 

Dauer einer Yoga Ausbildung

Eine gute Yogalehrerausbildung dauert. Die solltest du nicht in einem Monat oder einem Jahr machen. Yoga ist sehr umfassend, es beinhaltet so viele Aspekte von Anatomie, Philosophie, Psychologie, Spiritualität, Pädagogik, Asanas etc. Das will gelernt und integriert werden. Die Grundlage dafür, Yoga nicht nur oberflächlich an andere Menschen weiterzugeben, ist die eigene Praxis, die viel Zeit und Raum für tiefe Erfahrungen braucht. Eine hervorragende Yoga Ausbildung dauert 3-4 Jahre, und diese Zeit sollte man sich auch nehmen.

 

Qualitätsanforderungen der Yoga-Verbände

Kein Yogalehrer-Ausbilder muss sich einem Berufsverband anschließen, jedoch stehen verschiedene Verbände für unterschiedliche Qualitätsanforderungen. Im Folgenden möchte ich die Qualitätsmerkmale der bekanntesten Yoga-Verbände herausstellen, damit sowohl Yogaschüler als auch angehende Yogalehrer wissen, was sie erwarten können. Eine Yogalehrerausbildung in indien zu absolvieren, ist zwar eine tiefe spirituelle Erfahrung, bietet jedoch nur wenig Grundlage für die Arbeit mit westlichen Schülern, die die meisten Zeit im Büro sitzen und ganz andere Voraussetzungen mitbringen als Inder. Sowohl aus genetischer Hinsicht (Inder sind mehr die Tempeltänzer-Typen und daher sehr beweglich), als auch aus dem Umstand, dass wir westlichen Menschen auf Stühlen statt auf dem Boden sitzend aufwachsen. Bei uns ist ein gewisser Grad an Degenerierung durch unsere Lebensweise quasi vorprogrammiert.

 

BDY: Berufverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V.

Der BDY steht für sehr hohe Qualität und hat dafür Anforderungen wie kein anderer Yoga-Verband. Dafür können Yogaschüler sicher sein, auf gut ausgebildete Lehrer zu treffen. Früher gab es beim BDY nur die volle Zertifizierung zum „YogalehrerIn BDY/EYU“. Mittlerweile gibt es auch die leichter zu erreichende Form „YogalehrerIn Basic BDY“. EYU steht für die Europäische Yoga Union, zu der man als BDY-Lehrer automatisch gehört. Folgende Voraussetzungen gibt es für die Zertifizierung der Yoga-Ausbildung.

YogalehrerIn BDY/EYU

Mindeststandards:

  • Yoga-Ausbildung über einem Zeitraum von 4 Jahren
  • Mindestens 800 Unterrichtstunden
  • Maximal 20 Auszubildende in einer Gruppe
  • Mindestalter 25 Jahre
  • Mindestens 3 Jahre Yoga-Erfahrung vor Ausbildungsbeginn

Mindest-Inhalte:

  • Hatha-Yoga: 200 UE
  • Meditation: 50 UE
  • Grundlagen aus Medizin und Psychologie: 150 UE
  • Philosophie: 130 UE
  • Yoga in Bezug zum westlichen Menschenbild: 40 UE
  • Pädagogik: 80 UE
  • Berufskunde: 20 UE
  • Wahlthema: 50 UE
  • Unterrichtspraktikum: 80 UE
  • Weitere Inhalte / Spezialisierungen nach Wahl der jeweiligen vom BDY anerkannten Ausbildungsschulen

YogalehrerIn Basic BDY

Mindeststandards:

  • Yoga-Ausbildung über einem Zeitraum von 2 Jahren
  • Mindestens 500 Unterrichtstunden
  • Maximal 20 Auszubildende in einer Gruppe
  • Mindestalter 25 Jahre
  • Mindestens 3 Jahre Yoga-Erfahrung vor Ausbildungsbeginn

Mindest-Inhalte:

  • Hatha-Yoga: 150 UE
  • Meditation: 80 UE
  • Medizinische Grundlagen: 70 UE
  • Psychologie: 20 UE
  • Philosophie: 80 UE
  • Pädagogik: 60 UE
  • Berufskunde: 10 UE
  • Wahlthemen: 50 UE
  • Unterrichtspraktikum: 50 UE
  • Weitere Inhalte / Spezialisierungen nach Wahl der jeweiligen vom BDY anerkannten Ausbildungsschulen

Die Bezeichnung „Mitglied im BDY“ können Yogalehrer nutzen, die eine vergleichbare Ausbildung haben wie „YogalehrerIn Basic BDY“ und damit BDY-Mitglied werden.

YogalehrerIn BYV: Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen

Die Bezeichnung YogalehrerIn (BYV) bekommt jeder, der eine Ausbildung mit interner Prüfung bei einem der unzähligen Ausbildungszentren von Yoga Vidya absolviert hat.

Mindeststandards:

  • Yoga-Ausbildung über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen
  • Keine weiteren Anforderungen

Ausbildungs-Inhalte:

  • Einführung – Philosophie und Ziel des Yoga
  • Hatha Yoga allgemein
  • Tantra und Kundalini Yoga – Yoga der Energie
  • Raja Yoga – Mentales Training und Meditation
  • Karma Yoga – Yoga der Tat
  • Bhakti Yoga – Den Kontakt zum Göttlichen herstellen
  • Jnana Yoga – Der Yoga des Wissens
  • Yoga Unterrichtsmethodik
  • Je nach Ausbildungsdauer weitere Inhalte

 

Yoga Alliance

Die amerikanische Yoga Alliance bietet verschiedene Zertifizierungen für Ausbildungsschulen als „Registered Yoga Teacher“ (RYT Yoga Alliance) an.

RYT 200 Yoga Alliance

  • Mindestens 200 Unterrichtstunden
  • Mindestens alle 3 Jahre Nachweis von 45 Stunden Unterrichtspraxis und 30 Stunden Weiterbildung
  • Keine weiteren Anforderungen
  • Alle Inhalte obliegen den jeweiligen Ausbildungsschulen

RYT 300 Yoga Alliance

  • Mindestens 300 Unterrichtstunden
  • Mindestens alle 3 Jahre Nachweis von 45 Stunden Unterrichtspraxis und 30 Stunden Weiterbildung
  • Keine weiteren Anforderungen
  • Alle Inhalte obliegen den jeweiligen Ausbildungsschulen

RYT 500 Yoga Alliance

  • Mindestens 500 Unterrichtstunden
  • Mindestens alle 3 Jahre Nachweis von 45 Stunden Unterrichtspraxis und 30 Stunden Weiterbildung
  • Keine weiteren Anforderungen
  • Alle Inhalte obliegen den jeweiligen Ausbildungsschulen

 

BdfY: Berufsverband der freien Yogalehrer /innen und Yogatherapeuten/innen e.V.

Mindeststandards:

  • Yoga-Ausbildung über einem Zeitraum von 2 Jahren
  • Mindestens 500 Unterrichtstunden
  • Regelmäßige Yogapraxis während der Ausbildung
  • Keine weiteren Anforderungen

Inhalte:

  • Geschichte/Philosophie
  • Medizinische Grundlagen
  • Feinstoffliche Energiearbeit
  • Asana
  • Meditation
  • Unterrichtsgestaltung

 

Welche Ausbildungschule ist die beste?

Nun hast du schon mal einen Überblick über die Qualitätsmerkmale der wichtigsten Yoga-Verbände bekommen. Das alleine reicht aber noch nicht, um die beste Schule für deine Yoga Ausbildung zu finden. An dieser Stelle wird es allerdings auch sehr individuell. Jeder Schüler muss den für sich selbst passenden Lehrer finden. Es gibt unzählige verschiedene Yogastile und noch mehr unterschiedliche Lehrer, die alle ihre eigenen Schwerpunkte haben. Da hilft nur eins: Informieren, Probestunden machen und Kennenlernen. Und bloß nicht zu früh aufgeben! Yoga gibt es in so vielen Facetten, dass da mit hoher Wahrscheinlichkeit die genau passende Art für dich dabei ist. Ich würde mich auch nicht unbedingt auf einen Ort beschränken. Folgende Yoga-Ausbilder kann ich dir persönlich empfehlen:

Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

 

Yoga Ausbildung Gruppe

 

Eine gute Basis für die Yogalehrerausbildung schaffen

Eine gute Yoga Ausbildung braucht viel Zeit, Erfahrung und auch Geld. Da sollte man nicht am falschen Ende sparen. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür, dass man auch eine Yogalehrerausbildung machen kann, wenn man überhaupt kein Geld hat. Aber frag mich bitte nicht, wie ich das konkret geschafft habe. Ich kann nur sagen: Wenn etwas sein soll, sorgt das Leben dafür, solange du vertraust und konsequent deinen Weg gehst. Die billigste Yoga Ausbildung ist ganz sicher nicht die beste. Denke nicht, du kannst dir was besseres nicht leisten.

Ich kenne viele Yogalehrer und bin immer wieder erstaunt, dass nur wenige von ihnen über eine solide Basis und Alignment-Know-How verfügen, und noch viel weniger über die Bedeutung des Beckenbodens wissen. Für einen guten und gesundheitsfördernden Yoga-Unterricht sehe ich dieses Wissen allerdings als wesentlich an. Ich empfinde das als viel wichtiger, als zum Beispiel Versiertheit in Yoga-Philosophie. In fast allen Yogastunden werden schließlich überwiegend Asanas praktiziert, und dem Körper kann man schneller schaden als dem Geist. Auch wenn die meisten Teilnehmer meiner Ausbildung zur Beckenboden-Yoga-Lehrerin schon fertig ausgebildete Yogalehrerinnen sind, möchte ich an dieser Stelle hervorheben, was für einen perfekten Einstieg diese Art Mini-Yoga-Ausbildung für die Tätigkeit als Yogalehrerin darstellt. Du erhältst dabei ein ganzheitliches Basiswissen um Asanas und Energieflüsse und lernst, eine zugleich zentrierende als auch befreiende Art, Yoga zu praktizieren. Außerdem kannst du schon Geld mit Beckenboden-Yoga-Kursen verdienen, während du dich noch weiter ausbildest. Es ist also nicht nur eine Fortbildung, sondern auch ein guter Einstieg in den Beruf Yogalehrerin und kann dir sogar deine Yogalehrerausbildung finanzieren.

 

Ausbildung zur  Beckenboden-Yoga-Lehrerin

Selbstverständlich bietet die Ausbildung zur Beckenboden-Yoga-Lehrerin nicht das Wissen einer ganzen Yogalehrerausbildung. Trotzdem kann ich dir an den insgesamt 11 Tagen dieser Ausbildung (über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr) die wichtigsten Basics für eine gesunde Asanapraxis inklusive Kurskonzept vermitteln. Unerlässlich und Voraussetzung ist das intensive Üben und Kennenlernen des Beckenbodens über mehrere Monate.

Voraussetzungen für die Zertifizierung:

  • Mindestens 6 Monate regelmäßiger Yogaunterricht (spätestens ab Beginn der Ausbildung)
  • Regelmäßige Beckenboden-Yoga-Praxis zuhause mit wöchentlichem schriftlichen Bericht über die eigenen Erfahrungen.
  • Bestandene theoretische und praktische Prüfung
  • Teilnahme an allen Ausbildungsmodulen (nachholen möglich) mit insgesamt 111 Unterrichtsstunden.

 

Ausbildungsinhalte:

  • Alignment-Wissen (gesundheitsfördernde Ausrichtung des Körpers)
  • Über 50 Asanas / Kriyas
  • Ganzheitliches Beckenbodentraining
  • Anatomie des Beckenbodens
  • Bedeutung des Beckenbodens für Körper, Geist und Seele
  • Einführung in Feinstoffliche Körper, Chakren, Energiebahnen, Shiva und Shakti,
  • Mula Bandha
  • Meditation
  • Atmung
  • Faszien
  • Stärkung von Wurzelchakra und Sakralchakra
  • Kurskonzept, Unterrichtsaufbau, Atmosphäre
  • Beschwerdebilder Beckenboden-Thematik
  • Beckenbodenfreundliches Alltagsverhalten
  • Body-Mind-Toning (Stimmarbeit)

Detailliertere Infos findest du hier. Um die Qualität meiner Beckenboden-Yoga-Ausbildung zu sichern, gibt es das Zertifikat nur nach Bestehen der Abschlussprüfung. Einen Überblick über alle Beckenboden-Yoga-Angebote findest du übrigens auf beckenboden-yoga.com.

Einen Überblick über fundierte Yoga-Ausbildungen findest du auf der Seite des BDY yoga.de.

Ich wünsche dir viel Freude auf dem Weg des Yoga!

Namasté!