Körperzentrum Beckenboden.

Wenn es darum geht, körperlich und seelisch in unsere Mitte zu finden, spielt der oft vernachlässigte Beckenboden eine große Rolle. Der Bereich zwischen Beckenboden und Zwerchfell mit all den lebensnotwendigen Organen ist das Zentrum unseres Körpers und wird im Idealfall durch jeden Atemzug durchblutet und dadurch genährt. Die Grundlage dafür ist eine gute Elastizität der beiden Diaphragmen Beckenboden und Zwerchfell.

 

Wie die Atmung auf den Beckenboden wirkt

Beckenboden und Zwerchfell arbeiten zusammen – wenn einer von beiden schwach oder verspannt ist, wirkt sich das automatisch auch auf den anderen aus.

Mit der Einatmung kontrahiert sich das Zwerchfell aktiv und zieht nach unten. Dabei werden alle darunter liegenden Organe bis zum Beckenboden nach unten geschoben. Der Beckenboden gibt diesem Druck passiv nach und weitet sich ebenfalls nach unten. Mit der Ausatmung kontrahiert sich der Beckenboden und steigt nach oben, während die Bauchmuskeln ebenfalls kontrahieren und das Zwerchfell passiv nach oben schieben.

In diesem Wechselspiel der Ein- und Ausatmung wird der Beckenboden lebendig gehalten, durchblutet und genährt.

 

Der innere Faszienschlauch

Die beiden großen Faszienschichten Beckenboden und Zwerchfell gehören zu den waagerechten Anteilen des inneren Faszienschlauches der tiefen Frontallinie. Damit sind sie zentrale Verbindungsstellen zu allen Bindegewebsschichten des Körpers. Jeder Einatem dehnt den gesamten Körper bis in die weitest entferntesten Faszienschichten aus und sorgt damit für Weite und Freiheit. Jeder Ausatem zentriert den Körper wieder in seiner Mitte und sorgt damit für Stabilität und Kraft.

Die Bedeutung des Beckenbodens für die Atmung

Ist der Beckenboden aber verspannt, kann man nicht tief genug einatmen, was sich wiederum auf den gesamten Körper und ganz besonders auf den Beckenboden auswirkt. Dann hat das Zwerchfell nicht genug Platz nach unten, der Beckenboden versperrt der Atembewegung des Zwerchfells gewissermaßen den Raum.  Die Einatembewegung ist schneller beendet als möglich wäre und damit wird nicht genügend Sauerstoff eingeatmet.

Ist der Beckenboden zu schwach, so fehlt seine natürliche Unterstützung für die Ausatmung. Das wiederum führt zu Stabilitätsverlust und es ist schwieriger, das Kohlendioxid vollständig auszuatmen.

 

Die Bedeutung der Atmung für den Beckenboden

Der Intensität der Zwerchfellatmung kommt eine besondere Bedeutung für den Beckenboden zu. Wenn die untere Atmung (adham pranayama) – also die Zwerchfellatmung bei der besonders die unteren Lungenflügel beatmet werden- unzureichend ist, verkümmert der Beckenboden! Normalerweise wird der Beckenboden mit jedem Atemzug bewegt, massiert und durchblutet. Diese Art der Ernährung braucht der Beckenboden, um gut zu funktionieren. Wenn die Atmung aber so flach ist, dass kaum noch Atembewegung im Becken ankommt, wird der Beckenboden mit seinen Faszienschichten schlichtweg mangelernährt. Die faszialen Schichten verfilzen immer mehr, die muskulären Anteile erschlaffen.

 

Die Atemkapazität ist die Basis!

In dem Artikel „Die Atmung: Physiologie und Bedeutung für die Gesundheit“ habe ich beschrieben, wie wichtig eine tiefe Atmung für unsere Gesundheit ist und wie der Atemprozess mit der daran beteiligten Atemmuskulatur abläuft. Ich möchte behaupten, eine ausreichende Lungenkapazität ist die Basis für ein gutes Leben.

In meinen Atem-Seminaren gebe ich – eingebunden in die innige Erfahrung des Atems-  sehr wirkungsvolle Techniken an die Hand, die die Vitalkapazität der Lunge vergrößern. Eine befreite Atmung ist die Grundlage für ein gesundes Leben, für Yoga und auch für einen gesunden Beckenboden, der lebendig mit dem Leben schwingt.

Natürlich bildet die „Beckenboden-Atmung“ auch die Basis meiner Beckenboden-Yoga-Seminare. Eine Anleitung der Beckenboden-Atmung findest du auch auf der CD zu meinem Buch „Beckenboden-Yoga entspannt.

Ich wünsche dir einen befreiten Atem, der dich in deine Mitte bringt!

Namasté!