Wusstest du, dass dein Atem dein wichtigster Lehrmeister im Leben ist?

Er begleitet dich besser als dein bester Freund und berührt dich tiefer als dein Liebhaber. Er ist dein Guru, der dich zum Licht führen kann und er ist dein Heiler, der dich befreit. Wenn du es zulässt und das Abenteuer wagst, dein Leben wirklich zu leben…

Atem ist Leben

Leben heißt atmen. Dein Atem begleitet dich von deiner Geburt bis zu deinem Tod. Er verlässt dich nicht, egal wie du dich verhältst. Du kannst vollkommen darauf vertrauen, dass der nächste Atemzug kommt und du musst nichts dafür tun. Dabei ist jeder Ausatem wie ein Sterben (lat. exspiro = aushauchen) und jeder Einatem wie ein Geborenwerden (lat. inspiro = einhauchen). Zwischen diesen Polaritäten des Abgebens und des Aufnehmens findet dein Leben statt.

Aber nicht nur das:  Dein ureigener Atem ist deine Verbindung zu deiner Seele. Das Wort „atmen“ stammt aus dem indogermanischen und das Sanskrit-Wort „Atman“ bedeutet „Seele/ Selbst“. Jeder kann an sich selbst den Zusammenhang zwischen dem Atem und den Gefühlen und Gedanken beobachten und erkennen, wie sie den Atem beeinflussen.

Wenn wir uns zu machen und nicht fühlen wollen, atmen wir auch nicht mehr richtig. Dann haben wir auch keine Verbindung mehr zu unserer Seele. Dann fühlen wir uns nicht nur nicht mehr gut sondern wir bekommen auch Verspannungen und im schlimmsten Fall werden wir krank.

Flache Atmung macht krank

Es ist erschreckend, dass fast alle Menschen nur etwa 10% ihres Atemvolumens nutzen. Das ist viel zu wenig, um den Körper gesund zu erhalten. Tatsächlich ist Übersäuerung die Ursache von 80% aller Krankheiten. Zu viel Kohlendioxid und zu wenig Sauerstoff im Blut führen zu Übersäuerung. Zellen werden nicht mehr ausreichend ernährt, Toxine nicht ausreichend abgeführt und es kommt zu Ablagerungen im Körper.  Im Yoga haben wir zum Glück viele Übungen, die erwiesenermaßen unsere Lungenkapazität vergrößern (speziell die Hathenas).

Eine befreite und tiefe Atmung wirkt sich sehr positiv und gesundheitsfördernd auf unser alltägliches Leben aus. Wir haben mehr Energie und unsere Zellen mehr Sauerstoff  zur Verfügung. Das führt zu einer Steigerung des Wohlbefindens, der Vitalität und der Gesundheit.

Die Massage durch die Bewegungen der Atemmuskulatur wirkt durchblutungsfördernd und heilend auf alle Bauch- und Beckenorgane, ebenso wie auf das Herz. Eine tiefe Atmung wirkt positiv auf das Nervensystem, auf die Hormone, auf das Gehirn und die Chakren. Sie soll sogar dem Alterungsprozess entgegenwirken. Und auf feinstofflicher Ebene tanken wir die Heilenergie Prana – reine universelle Lebensenergie, göttliches Licht.

Weg zur Quelle

Die Weisen dieser Welt wissen um das Geheimnis. Die Meditationstechniken sämtlicher Kulturen nutzen den Atem, um in die eigene Mitte und zu Gott zu kommen. Und auch Yoga ist nur Yoga durch den Fokus auf den Atem. Ohne Atembewusstsein ist Hatha-Yoga kein Yoga sondern nur Gymnastik. Die Körperübungen schaffen Raum für den Atem und die Lebensenergie und wirken dadurch sehr heilsam. Aber im Einklang mit dem Atem ausgeführte Übungen verbinden uns auch mit etwas Tieferem – mit unserem wahren Selbst, mit unserer Seele.

Dein Atem wird dir vom Leben geschenkt. Es ist so, als ob wir jeden Atemzug von einer höheren Quelle empfangen. Vom Leben, von Gott, vom Universum, von unserer Seele – wie auch immer. Wenn du das erkennst und erlebst, bist du einfach nur glücklich. Dann bist du wie in einer Liebesbeziehung mit deinem Atem. Dann begreifst du, was für ein kostbares Geschenk dein Atem ist. Wenn du in diesem Bhakti-Bewusstsein eine liebevolle Beziehung mit deinem Atem eingehst und dich ihm vollkommen hingibst, entsteht ein wundervoller Einklang, der dich zur Essenz des Yoga führt.

Sanftheit

Dies kannst du nur erleben, wenn du deinem Atem mit einer achtsamen und sanften Haltung begegnest. Die Arbeit mit dem Atem ist ein sehr sensibles Feld. Sie muss in Harmonie mit dem ganzen Sein geschehen, du darfst dabei nichts zu sehr forcieren. Du brauchst einfach nur mehr Raum für den Atem schaffen. Konzentriere dich nur darauf, dass du vollständig ausatmest (das tun nämlich die Wenigsten!) und lass dein Einatem frei in dich strömen. Du darfst deine Atemräume auch genussvoll weiten um deinem Atem mehr Platz zu verschaffen – wenn es sich richtig gut anfühlt und du dich dabei nicht durch ein Forcieren verspannst. Kreiere einen freien Raum, damit das Leben mit Leichtigkeit durch dich fließen kann. Es muss sich immer gut und „im Fluss“ anfühlen und dabei dürfen auch Tränen fließen. Im Yoga nehmen Atemtechniken (Pranayama) einen wichtigen Raum ein. Ich erlebe, dass es für die meisten Yogaschüler sehr schwer ist, ihrem Atem dabei liebevoll zu begegnen. Die meisten Pranayamas sind nur für Fortgeschrittene gedacht, die schon eine sehr gute Beziehung zu ihrem Atem entwickelt haben.

Abenteuer

Wenn du mit deinem Atem “arbeitest”, lädst du dein Leben ein. Dein Leben ist aber kein seichtes Geplätscher an der Wasseroberfläche. Dein Leben ist ein großes Abenteuer! Wenn du dein Leben wirklich voll auskosten möchtest, dann verlangt das von dir  ein gewisses Mass an Mut. Oh ja, da ist ganz viel Angst. Da ist ganz viel Aufregung. Und da steht so viel Freiheit, Lebendigkeit und Liebe bereit, um von dir entdeckt und gelebt zu werden! Du musst es nur zulassen, anstatt in deiner sicheren Komfortzone (mit 10% Lungenkapazität) zu bleiben.

Heilung

Du kannst deinen Atem bewusst in die Bereiche hineinsenden, die Heilung bedürfen oder dich einfach direkt mit der heilenden Essenz des Atems verbinden. Dein Atem schenkt dir Prana, universelle heilende Lebensenergie. Dein Atem heilt dich nicht nur auf der körperlichen und spirituellen Ebene, sondern ganz besonders auf der emotionalen Ebene. Er wird die Dinge an die Oberfläche holen, die dir für ein freies Leben im Weg stehen. Du begibst dich in einen Prozess der Heilung. So lange du immer in liebevoller Achtsamkeit mit deinem Atem umgehst, holt dieser Prozess nur die Dinge nach oben, die reif sind, losgelassen zu werden. Du kannst deinem Atem vertrauen, denn niemand ist dir so nah wie er. Und er verbindet dich direkt mit der göttlichen Quelle, die dich durch ihn mit Lebensenergie versorgt. Dieses Vertrauen ist wichtig, damit du die Essenz deines Atems erfahren kannst, denn womöglich ist der Prozess nicht so einfach und unangenehm für dich. Dein Atem bringt dir Lebendigkeit, mit allen Gefühlen die dazugehören. Er lehrt dir aber auch einen achtsamen Umgang mit deinem Körper und allen Aspekten deines Lebens. Mit den folgenden Tipps bist du auf einem guten Weg, der dir Heilung auf vielen Ebenen bringt.

Was dich befreit

Zwei Dinge stehen an erster Stelle:

  1. Gähne so viel wie möglich! Gähnen wirkt unheimlich reinigend und klärend. Dadurch lässt du ganz viele Energien los, die dir im Weg stehen. Halte also niemals dein Gähnen zurück.
  2. Lerne, deinen Atem nicht festzuhalten! Das ist womöglich der schwierigste Punkt. Du musst nämlich lernen, deine Aufregung und Angst zuzulassen. Wenn du dies nicht tust, verspannt sich dein Zwerchfell – und das war´s mit der befreiten Atmung.

Es geht aber noch mehr…

  • Lerne, deinen Atem zu beobachten, ohne ihn willentlich zu beeinflussen! Meditiere 5 min. täglich und beobachte dabei einfach deinen Atem (du kannst dabei innerlich das Mantra “so ham” denken). Jeder Atemzug ist anders. Erlebe jeden Atenzug ganz neu. Nimm deinen Atem erst mal so an, wie er ist, ohne ihn zu bewerten und ohne ihn aktiv zu verändern. Lass ihn einfach ganz frei sein, so wie er kommt und geht.
  • Lausche deinem Atem! Verbinde dich mit ihm, lass dich von deinem Atem führen. Gut lernen kannst du das eben durch Meditation und Yoga – aber letztendlich geht es darum, deinem Atem auch im Alltag und ganz besonders in schwierigen Situationen zu lauschen.
  • Lerne, die Sprache deines Atems zu verstehen und damit umzugehen! Wie ist dein Atem in welchen Situationen? Wo kannst du loslassen oder bewusst tiefer atmen und wie wirkt sich das auf dein Befinden aus? Welche Gefühle kommen mit deinem Atem? Welche Gefühle hältst du durch einen verspannten Atem zurück? Was geschieht, wenn du deinen Atem einfach nur zulässt?
  • Nutze deinen Atem, um in die Mitte zu finden! Wenn dich deine Gefühle oder Stress übermannen: Atme tiefer, indem du deinen Fokus auf die vollständige Ausatmung lenkst (meistens kannst du noch viel mehr ausatmen, wenn du denkst, dass du eigentlich schon ausgeatmet hast). Atme langsamer und gleichmäßig in einem ganz liebevollen Kontakt mit deinem Atem.
  • Praktiziere ein Yoga des Herzens! Lass dich von deinem Atem führen.

Atem und Leben gehören zusammen. Wenn du deine Liebe zum Leben entfaltest, befreist du auch deinen Atem.

Dein Atem ist der Guru, den du brauchst. Er zeigt dir ganz genau an, wo du stehst und wo es lang geht und er hilft dir, zu dir selbst zu finden.

Meine Buchempfehlung: Sandra Sabatini inspiriert in ihrem Buch “Atem – die Essenz des Yoga”* auf sehr berührende, poetische Art und Weise, in die Essenz des Atems einzutauchen.

Wenn du alleine nicht weiter kommst, kann ich dir gerne mit einem individuellen Yoga-Coaching zur Seite stehen.

Oder du genießt einfach ein Wochendende mit dem  Yoga des Herzens.

Namasté!

 

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